Mit dem Mut eines Löwen und der Seele eines Engels

Oberstaatsanwalt a.D. Daniel Trappe ist gläubiger Jude und der Sohn einer Auschwitz-Überlebenden. Ohne jeden Zweifel erkennt er den Gleichklang zwischen dem Ende der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts, und unseren heutigen Tagen. Er warnt, „wir müssen kämpfen, dass niemals wieder so eine Spaltung entsteht.“

Tja, was soll man sagen, Herr Oberstaatsanwalt wird seinem Namen gerecht. Im Tanach, der hebräischen Bibel, bzw. im christlichen Alten Testament, gibt es das Buch Daniel. Es handelt von dem jüdischen Seher Daniel. Die Weltreiche werden fallen, versprach Daniel, und dann wird Gott Sein ewiges Reich errichten.

Am meisten bekannt aber ist Daniel als Traumdeuter des babylonischen Königs Nebukadnezar, dem er bereits als sehr junger Knabe an dessen Hof versklavt worden war. Nebukadnezar war von der präzisen Traumdeutung Daniels so beeindruckt, dass er sich dem Gott der Juden (Jahwe) unterwarf und Daniel in ein hohes Amt berief.

Auch recht häufig erzählt wird die Sache mit der Löwengrube. Ein Nachfolger Nebukadnezars, König Darius, hatte Daniel als einen von seinen drei Fürsten eingesetzt. Darius, in einem Anfall von absoluter Hybris, erließ dann einige Zeit später ein Gesetz, dass niemand von irgendwem etwas erbitten dürfe, es sei denn von ihm (Darius).

Daniel, als gläubiger Mensch, fuhr jedoch fort, den Herrgott zu bitten, denn „Nur Gott ist mein Richter“ (eines von Daniels geflügelten Worten). Er wurde dafür denunziert und auf Befehl des Königs in eine Löwengrube geworfen – in welcher er jedoch einen ganzen Tag und eine Nacht unverletzt überstand; und deshalb anschließend durch den reumütigen König wieder in Amt und Würden eingesetzt wurde. „Mein Gott sandte Seinen Engel, und er verschloss den Rachen der Löwen“, war Daniels Erklärung warum ihm nichts geschehen konnte.